Welt der Verpackung

Die Verpackung ist eine Erfolgsgeschichte.

Definitionen

Packmittel, Packstoff, Packung, Primär- und Sekundärverpackung, Einweg und Mehrweg - auf dieser Seite stellen wir Ihnen die wichtigsten Definitionen aus der Welt der Verpackung vor.

Packmittel, Packstoff, Packung

Gebildet wird die Verpackung aus einem Packmittel (z.B. Faltschachtel, Flasche, Beutel), dass aus einem Packstoff besteht (z.B. Papier, Glas, Kunststoff, Metall, Verbundmaterial). Oft kommen darüber hinaus Packhilfsmittel zum Einsatz (z.B. Etiketten, Verschlüsse, Schaumstoff). Die Verpackung wird deshalb auch als Gesamtheit aller Packmittel und Packhilfsmittel verstanden. Von einer Packung spricht man erst nach Zusammenführen von Inhalt / Füllgut mit der Verpackung.

Die Begrifflichkeiten rund um die Verpackung sind in der DIN 55405 beschrieben. In der Verordnung über die Vermeidung und Verwertung von Verpackungsabfällen, kurz Verpackungsverordnung oder VerpackV, wird Verpackung so definiert:

„Aus beliebigen Stoffen hergestellte Produkte zur Aufnahme, zum Schutz, zur Handhabung, zur Lieferung und zur Darbietung von Waren, die vom Rohstoff bis zum Verarbeitungserzeugnis reichen können und vom Hersteller an den Benutzer oder Verbraucher weitergegeben werden.“

Die folgenden Definitionen stammen aus dem Lexikon der Verpackungstechnik von Bleisch, Goldhahn, Schricker und Vogt (Hrsg.); erschienen im Hüthig Verlag Heidelberg, 2003.

Verpackung

Gesamtheit von Packmittel und Packhilfsmittel, die zum Schutz des Packgutes, des Menschen und der Umwelt, zur Sicherung der Rationalisierung bei der Handhabung in der Produktion, bei der Warenverteilung, bei der Darbietung und beim Verbrauch des Packgutes sowie zur Information über und Werbung für das Packgut dient.

Packstoff

Werkstoff aus dem Packmittel und Packhilfsmittel hergestellt werden. Der Begriff Packstoff bezieht sich auf die verwendeten Rohstoffe und die werkstoffliche Zusammensetzung der einzelnen Bestandteile der Verpackung.

Packmittel

Verpackungskomponente, die den Hauptbestandteil der Verpackung bildet und zur Aufnahme von Packgut bestimmt ist. Sie dient seinem teilweisen oder vollständigen Umhüllen und bildet im Endzustand einen offenen oder geschlossenen Hohlkörper.

Packhilfsmittel

Verpackungskomponente, die zusammen mit dem Packmittel die Gesamtheit der Funktionen einer Verpackung erbringt.

Packgut

Gegenstand der zu verpacken oder verpackt ist.

Packstück

Zu einem Stück zusammengefasste Versand- oder Transporteinheit.

Packung

Einheit von Gut und Verpackung. Packungen entstehen als Produkt des Verpackungsprozesses durch Vereinigen eines oder mehrerer Packmittel und Packhilfsmittel mit dem Packgut.

Primär- und Sekundärverpackung

Verpackungen formen in der Regel aus kleinen Einheiten größere (bis hin zur Ladeeinheit). Sie ermöglichen so die Abläufe des Handels und der Logistik. Man unterscheidet hierbei in Primärverpackungen, Sekundärverpackungen und Tertiärverpackungen.

Primärverpackung

Die Primärverpackung hat direkten Kontakt zum Inhalt. Sie muss also wenn nötig lebensmittelrechtlichen oder arzneimittelrechtlichen Anforderungen entsprechen, auf den Inhalt abgestimmt sein und dessen Schutz und Qualität gewährleisten. Der Packstoff muss die Barriereeigenschaften besitzen, die das Packgut fordert.

 

Sekundärverpackung

Oft auch als Verkaufsverpackung bezeichnet, hat die Sekundärverpackung keinen direkten Kontakt zum Inhalt. Kennzeichnung und Dekoration, Öffnungsmöglichkeit und Originalitätsschutz sowie teilweise zusätzliche Schutz- und Barriereeigenschaften können hier als Funktionen genannt werden.

Tertiärverpackung

Bei Transportverpackungen handelt es sich oft um Faltschachteln aus Wellpappe. Hier steht der Schutz vor Transportschäden im Vordergrund. Die Konstruktion richtet sich oft nach den Maßen von Paletten, um die Transportfläche von z.B. Containern oder LKW-Anhängern optimal ausnutzen zu können. Auch spezielle Konstruktionen des Innenlebens erfordern Entwickler-Know-how, so dass Stöße abgefedert werden können und der Endverbraucher ein unbeschädigtes Produkt erhält. Spezielle Perforationen und Öffnungsmechanismen erleichtern oft das Auspacken im Handel und ermöglichen eine Produktpräsentation im Verkaufsregal.

Ladeeinheit

Ladeeinheiten sind oftmals Palletten, Container oder spezielle Gitterboxen, die die Packstücke zusammen halten und transportfähig machen. Palletten werden oft mit Sicherungsbändern oder Stretchfolie umwickelt, um ein Verrutschen der Ladung zu verhindern.

Einweg- und Mehrwegverpackung

Einwegverpackungen werden einmalig genutzt, bevor sie anschließend dem Recycling zugeführt werden.

Mehrwegverpackungen sind für den mehrmaligen Gebrauch bestimmt. Sie gehen zurück an die Hersteller oder einen entsprechenden Pool, werden dort gereinigt und überprüft und anschließend erneut verwendet.

Im Bereich der Primärverpackungen wird speziell bei Getränken eine andauernde Diskussion über die ökologischen Vor- und Nachteile von Einweg- und Mehrwegverpackungen geführt. In der Tat lassen sich nur schwer grundsätzliche Aussagen dazu treffen. Ein Blick auf den jeweiligen Einzelfall ist zum Teil sehr aufwändig, aber unerlässlich.

So konstatiert eine Studie des Instituts für Energie-und Umweltforschung Heidelberg GmbH (ifeu) aus dem Jahr 2010:

„Auf Basis der UBA-Studien aus den Jahren 2000 und 2002 war das Umweltbundesamt zum Schluss gekommen, dass die Glas-Mehrwegflaschen klare Umweltvorteile gegenüber den Dosen und den PET-Einwegflaschen zeigen. Die aktuellen Ökobilanzen belegen, dass dies für viele Verbrauchssituationen immer noch gilt, insgesamt aber eine Differenzierung dieser Aussage notwendig geworden ist. Ein wichtiger Aspekt bei der Differenzierung ist die Unterscheidung zwischen regionaler und überregionaler Distribution. Wo genau die Grenze verläuft ist allerdings nur schwer verallgemeinerbar.“

Dazu müssen auch hier individuelle Faktoren berücksichtigt werden, also z.B. aus welcher Quelle die verwendeten Rohstoffe stammen (nachhaltig oder nicht), mit welchen Energien die benötigten Maschinen und Transportmittel betrieben werden und wie effizient diese Energien genutzt werden usw.

Mehr zu Nachhaltigkeit & Recycling

ifeu-Studie (pdf)

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