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Lebensmittel

Stillt deinen Hunger und löscht deinen Durst!

In allen Erdteilen und Klimazonen, in jeder Gesellschaft und Zivilisation: Die Verpackung sorgt dafür, dass unsere Lebensmittel dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

Lebensmittel und Verpackungen gehören schon immer zusammen. Und das ist gut so. Die Verpackung ist eine Mittel im Kampf gegen Hunger und Lebensmittelverschwendung. Sie bringt Genuss und Lebensfreude. Sie ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Und sie wird durch viele Innovationen immer besser - zum Beispiel als smart packaging. Lebensmittel verpacken lohnt sich - und es ist ohne Alternative.

Seit Urzeiten verwenden Menschen eine Verpackung für ihre Lebensmittel. Anfangs waren es gedrehte Blätter, die als Tüten verwendet wurden. Dann kamen Beutel aus Leder, Körbe aus Schilf und Zweigen, Tongefäße, Kisten, Fässer, Flaschen und Schachteln und viele andere mehr.

Ohne Verpackung würden unsere Lebensmittel nie dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Ohne Eimer, Kisten, Kartons, Beutel, Paletten, Säcke und Container bliebe die Ernte auf den Äckern und Bäumen - und die Regale in der Speisekammer und im Supermarkt wären leer.

Heute sind Lebensmittelverpackungen ein hochentwickeltes Produkt. Sie bewahren die Qualität der Nahrung, machen sie transport- und lagerfähig, portionieren sie für die unterschiedlichsten Bedürfnisse, werben, kommunizieren und informieren über Gebrauch, Inhaltsstoffe, Haltbarkeit oder Herkunft. Als „smart packaging“ sorgt die Verpackung sogar aktiv dafür, dass Lebensmittel nicht verderben, verhindern Fäulnis und Keime und schlagen Alarm bei Gefahr.

Die Verpackung im Kampf gegen den Hunger

Gerade in den weniger entwickelten Ländern ist die Verpackung ein wichtiges Mittel im Kampf gegen den Hunger.

Weltweit leidet einer von acht Menschen an Hunger. Mehr als 800 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. Hunger stellt das größte Gesundheitsrisiko weltweit dar. An Hunger sterben jährlich mehr Menschen als an AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen.

98% der Hungernden leben in Ländern, in denen mehr als 40% der Lebensmittel nach der Ernte verloren gehen, lange bevor sie den Verbraucher erreichen. Oft fehlen die nötigen Straßen, Verkehrsmittel und Verpackungen, damit die Ernte auf die Märkte oder in die Fabriken gelangt.

Die Verpackung im Kampf gegen Verschwendung

Kleinste Macken oder Verfärbungen führen dazu, dass die Nahrung als ungenießbar eingestuft wird.

Aber auch in den Industriestaaten gehen mehr als 40% der Lebensmittel verloren, ohne dass sie genutzt werden. Im Unterschied zu den weniger entwickelten Ländern verdirbt die Nahrung bei uns aber hauptsächlich, wenn sie uns bereits erreicht hat.

Eine Untersuchung von WWF Schweiz und foodwaste.ch haben für die Schweiz herausgefunden, dass 2% der Lebensmittelverluste im Großhandel passieren, 5% im Einzelhandel und ganze 45% beim Konsumenten. Insgesamt sind schweizweit jährlich zwei Millionen Tonnen einwandfreier Lebensmittel! Fast die Hälfte davon in privaten Haushalten. Pro Kopf und Tag ist das fast eine ganze Mahlzeit. (Alle Zahlen auf der Infografik des WWF). Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft kommt für Deutschland auf 61%. Das sind 11 Millionen Tonnen Lebensmittel oder mehr als 80 kg pro Jahr und Haushalt.

Das Essen, das wir in Europa im Müll entsorgen, würde zwei Mal reichen, um alle Hungernden der Welt zu ernähren, rechnet der Dokumentarfilmer Valentin Thurn vor.

Wir kaufen als Verbraucher oft zu viel ein oder werfen die Lebensmittel aus falscher Vorsicht weg. Schon kleine Macken oder Verfärbungen verleiten uns dazu, die Nahrung in den Mülleimer zu werfen. Dazu wird das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf der Verpackung oft falsch verstanden. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist nicht das Wegwerfdatum, viele der Lebensmittel sind oft noch für lange Zeit ohne Qualitätsverlust genießbar.

Die Verpackung schützt die Lebensmittel vor Schäden und vor dem Verderb. Und sie sorgen dafür, dass die Nahrungs- und Genussmittel ihre Qualität lange halten und dabei frisch und appetitlich aussehen - auch im subjektiven Auge des Verbrauchers.

Umwelt schützen, Ressourcen und Geld sparen

Wer Lebensmittel wegwirft, vergeudet wertvolle Ressourcen. Denn in jedem weggeworfenen Lebensmittel steckt Energie, Wasser, Dünger, Arbeitszeit und Geld. Die Verschwendung geht also weit über das Jogurt, den Käse oder das Brot im Mülleimer hinaus.

Die ökonomischen und ökologischen Kosten der Verpackung liegen immer deutlich unter den Kosten der verpackten Lebensmittel. So stammt etwa bei Lebensmitteln 90% der ökologischen Belastung vom Lebensmittel und nur 10% von der Verpackung. Die Verpackung ist also ein kleiner Aufwand, der sich groß lohnt.

Die Welternährungsorganisation FAO geht davon aus, dass bei der Produktion von 1 kg Nahrung rund 1 kg des klimaschädlichen Gases CO2 entsteht. Bei 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittelverlusten pro Jahr macht das demnach 1,3 Milliarden Tonnen CO2, die wir vermeiden könnten. Britische Studien sprechen sogar von 3,3 Milliarden Tonnen, das sind 7% weltweiten, jährlichen CO2-Ausstoßes.

Laut den Experten des UNESCO Institute for Water Education gehen mit jeder Tomate rund 13 Liter Wasser verloren, mit jedem Ei rund 200 Liter Wasser und mit 100 Gramm Rindfleisch sogar über 1.500 Liter Wasser. Ressourcen, die sehr wertvoll und knapp sind.

Lebensmittelabfälle kosten die Welt nach Angaben der FAO schon jetzt jedes Jahr rund 2,5 Billionen Euro. Die verlorene Produktion macht dabei etwa eine Billion Euro aus. 700 Milliarden Euro entfallen auf die Umweltkosten, 900 Milliarden Euro auf die sozialen Kosten.

Verpackungen lohnen sich! Und sie werden immer besser. Ob über sinkenden Materialverbrauch bei steigenden Leistungen oder über eine immer bessere Restentleerbarkeit. Und die Verpackung hat mehr als ein Leben. In Deutschland wurden 2013 fast 97% aller Verpackungen recycelt. Die Verpackung ist ein Pionier der Kreislaufwirtschaft. (mehr dazu)

Genuss und Lebensfreude

Die Vielfalt an Nahrungs- und Genussmitteln, die uns heute täglich zur Verfügung stehen, ist historisch einzigartig. Ganz selbstverständlich greifen wir zu Produkten aus Ländern rund um den Erdball. Kaffee und Tee, Schokolade und Früchte, Gemüse und Fleisch - unsere Lebensmittel sind international. 160.000 verschiedene Produkte stehen laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft allein in den deutschen Ladenregalen. In den vergangenen 20 Jahren ist die Menge der transportierten Lebensmittel um 90% gestiegen.

Auch demografische Faktoren führen dazu, dass immer mehr Lebensmittel täglich unterwegs sind. So wohnen zum Beispiel immer mehr Menschen in städtischen Ballungsräumen, also weit entfernt von Äckern, Quellen und Plantagen. Dazu gibt es eine steigende Zahl von Single-Haushalten, was andere Packungsgrößen und Angebote nötig macht. Für das Jahr 2030 rechnet man für Deutschland mit 30 Millionen Menschen in 2-Personen-Haushalten und 18 Millionen in 1-Personen-Haushalten. Das sind zusammen über 60% der Bevölkerung!

Ein weiterer Punkt: Unsere veränderten Essgewohnheiten. Die Entscheidung, was, wo, wie und mit wem wir essen, hängt stark von unseren Lebensumständen und dem Alltag ab. Mehr als die Hälfte der etwa 20 Mahlzeiten pro Woche nehmen wir in den Industriestaaten inzwischen alleine zu uns. Vor dem Fernseher, im Auto, am Arbeitsplatz oder to-go.

Nach einer Studie der Technikerkrankenkasse von 2013 greifen von den 18- bis 25-Jährigen 17% mindestens dreimal pro Woche zu Fertigessen. 60% gönnen sich mindestens einmal pro Woche ein Essen aus der Tiefkühltruhe oder für die Mikrowelle. Bei den Berufstätigen aller Altersgruppen sind es 50%.

Smart Packaging - Innovationen

Möglich ist unsere ständige und ortsunabhängige Versorgung mit Grundnahrungsmitteln und Genussmitteln nur durch immer bessere Verpackungen. Sie halten unsere Produkte lange frisch und lassen sie unbeschädigt bei uns ankommen. Weniger Verluste beim Transport und der Lagerung und eine längere Haltbarkeit sparen wertvolle Umweltressourcen und nicht zuletzt Geld.

Aktive Verpackungen regeln die Feuchtigkeit, verhindern die Bildung von Keimen oder töten diese sogar gezielt ab. Intelligente Verpackungen kontrollieren den Frischezustand der Lebensmittel und schlagen Alarm, wenn die Qualität leidet. Smarte Transportcontainer ermöglichen eine künstliche Überwinterung der Lebensmittel bis zu 45 Tage. Der US-Marktforscher MarketsandMarkets schätzt, dass der weltweite Markt für intelligente Verpackungen 2015 rund 24 Milliarden US-Dollar schwer ist.

Innovationen gibt es aber nicht nur im Bereich der smarten Lebensmittelverpackung. So ermöglichen neue Entnahmetechniken eine immer bessere Restentleerbarkeit, damit die verpackten Lebensmittel auch komplett entnommen werden können. Moderne Verpackungsmaschinen verpacken eine immer größere Vielfalt von unterschiedlichen Lebensmitteln in immer kürzerer Zeit in eine große Zahl unterschiedlicher und zum Teil sogar individualisierter Verpackungen - aseptisch und hygienisch einwandfrei.

Verpacken ist Hightech

Und Verpacken ist eine Kunst. Naturwissenschaften, Technik, Ökonomie und Design kommen hier zusammen. Beste Voraussetzungen auch für spannende Jobs.