Welt der Verpackung

Die Verpackung ist eine Erfolgsgeschichte.

Materialien

Verpackungen gibt es in den unterschiedlichsten Materialien. Die gängigsten Packstoffe sind Kunststoff, Papier, Karton, Pappe, Wellpappe, Metall, Glas, Holz und Verbundstoffe.

Erfahren sie mehr über

Kunststoff - Papier, Karton, Pappe - Metall - Glas - Holz - Verbundmaterial

Prognose für Biokunststoff: 400% Wachstum bis 2018.

Kunststoff

Basis zur Herstellung von Kunststoffen ist meist Erdöl. Im Verpackungsbereich finden PE, PP, PET und PS am häufigsten Verwendung. Zudem werden vermehrt Biokunststoffe eingesetzt, die aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden.

Der Begriff „Biokunststoff“ fasst eine Gruppe von Materialien zusammen, die entweder biobasiert sind, biologisch abbaubar oder beides.

PA: Polyamid

Polyamide besitzen hervorragende Barriereeigenschaften gegenüber Feuchtigkeit und Sauerstoff. Auch PA wird oft in Verbundmaterialien eingesetzt.

PE: Polyethylen

PE findet man meist als LD-PE und HD-PE, wobei „LD“ für eine niedrige Dichte steht und „HD“ für eine hohe. Es wird für Hohlkörper, Flaschen und Folien verwendet. Häufig in Verbundmaterialien eingesetzt, übernimmt PE die Aufgabe der Siegelschicht (, etwa beim Verschließen durch Schmelzen.

PET: Polyethylenterephtalat

PET ist glänzend, transparent und lässt sich sehr gut bedrucken. PET wird hauptsächlich für Getränkeflaschen verwendet. Bei Fruchtsäften oder Bier werden allerdings zusätzliche Barriereschichten gegen Sauerstoff benötigt.

PP: Polypropylen

PP liegt oft als „gerecktes“ PP vor (OPP) und dient dann beispielsweise dem „sauberen“ Öffnen (gerades Aufreißen der Folie) oder der Verbesserung der mechanischen Eigenschaften der Verpackung. PP besitzt gute Barriereeigenschaften z.B. gegen Feuchtigkeit.

PS: Polystyrol

Als Folie ist PS sehr transparent und dimensionsstabil. Aufgeschäumt nutzen wir es als Styropor z.B. bei Schutzverpackungen.

PVC: Polyvinylchlorid

Bei PVC unterscheidet man Hart- und Weich-PVC. Letzteres setzt sogenannte Weichmacher ein und findet z.B. zum Abdichten Verwendung, Hart-PVC wird häufig für Blister und Trays eingesetzt.

PVC besitzt gute Barriereeigenschaften gegen Sauerstoff und Aromastoffe.

Papier, Karton, Pappe

Für Verpackungszwecke stellt die Papierindustrie der EU jährlich rund 40 Mio. t Papier, Karton und Pappe her. Als Rohstoff dienen Cellulosefasern aus Holz.

Als Primärverpackungen werden Packstoffe auf Papierbasis tendenziell für trockene Packgüter wie Mehl, Zucker oder Nudeln verwendet. Meist jedoch werden sie als Sekundärverpackungen oder Transportverpackungen eingesetzt (z.B. als Wellpappe).

Der Vorteil von Papier, Karton und Pappe sind gute Bedruckbarkeit sowie gute Recyclingeigenschaften. Nachteil sind fehlende Barriereeigenschaften gegen Feuchtigkeit, Sauerstoff und Stoffe aus der Bedruckung oder Etiketten.

Diese Nachteile werden durch den Verbund mit anderen Materialien ausgeglichen, z.B. durch Aluminium und/oder eine Kunststoff (PE) beim Getränkekarton.

In Deutschland hat der Sekundärrohstoff Altpapier einen Anteil von 74% an der gesamten Erzeugung (WPV, 2014).

Zellulosefasern können bis zu sechs Mal wiederverwendet werden. Zwar verkürzen sie sich während des Recyclingprozesses stark, dafür können immer wieder neue Fasern in die Produktion geschleust werden. Dadurch wird einer Verschlechterung der Qualität entgegengewirkt.

Metall

Aluminium

Für die Gewinnung von Aluminium aus Erz werden in einem mehrstufigen Verfahren Temperaturen über 1000°C benötigt. Das metallische Aluminium, wie es schließlich für Verpackungen Verwendung findet, wird dann in einem Schmelzverfahren bei ca. 900°C gewonnen.

Aluminium hat hervorragende Barriereeigenschaften gegen Sauerstoff und Feuchtigkeit. Deshalb wird es oft im Bereich der Lebensmittel- und Pharmaverpackungen eingesetzt.

Die Recyclingeigenschaften sind sehr gut. Aluminium lässt sich nahezu ohne Qualitätsverlust wiederverwerten.

Weißblech

Die Weißblechdose gehört zu den Klassikern unter den Verpackungen. Als Konservendose verhilft sie dazu, Lebensmittel über einen sehr langen Zeitraum haltbar zu machen.

Durch die hervorragenden Eigenschaften als Licht- und Sauerstoffbarriere wird Weißblech darüber hinaus oft für das Verpacken von Farben und Lacken verwendet.

Wie Aluminium lässt sich Weißblech nahezu ohne Qualitätsverluste wiederverwerten.

Glas

Als eines der ältesten Verpackungsmaterialien überhaupt entsteht Glas aus einer Schmelze von Siliziumoxid und weiteren Mineralien.

Glas hat hervorragenden Eigenschaften als Licht- und Sauerstoffbarriere. Dazu kann es hohen Temperaturen ausgesetzt werden. Glas als Packstoff findet sich überwiegend im Bereich der Getränke und Lebensmittel.

Das Material Glas an sich, kann beliebig oft wieder verwendet werden.

Werden bei der Glasverpackung wiederablösbaren Etiketten eingesetzt, sind die Recyclingeigenschaften sehr gut. So kann eine Glasflasche im Mehrweg-System z.B. durchschnittlich 50 Mal wiederverwendet werden. Danach werden die Spuren durch die mechanische Abnutzung bei Transport und Reinigung zu stark.

Holz

Verpackungen aus Holz finden sich besonders im Transportbereich. Holzpaletten, Holzkisten und Steigen sind dafür Beispiele. Auch hier ist die Verpackung meist mehr als eine simple Konstruktion. Unterscheiden lassen sich z.B. CKD-Verpackungen, Faltkisten, Sonderkonstruktionen und Einbauten.

CKD-Verpackungen (Completely Knocked Down) werden oft im Automobilbereich eingesetzt. Sie verpacken Produkte, die vollständig in ihre Einzelteile zerlegt wurden.

Faltkisten werden meist aus Sperrholz und Stahlkomponenten hergestellt und bieten den Vorteil geringen Gewichts bei leichter Handhabbarkeit, da durch Faltmechanismen keine zusätzlichen Werkzeuge erforderlich sind.

Mit Hilfe von Sonderkonstruktionen können besonders sensible oder sperrige Güter verpackt werden. Zusätzlich können Elemente wie z.B. Datenlogger eingebaut werden. Diese überwachen die Belastungen auf das Packgut während des Transports.

Besondere, individuelle Einbauten können das Produkt fixieren und sicherstellen, dass es während des Transportes nicht beschädigt wird.

All diese Verpackungsvarianten erfordern eine genaue Abstimmung mit dem Produkt. Sie müssen mit Hilfe technischer Zeichnungen und Konstruktionen umgesetzt werden.

Verbundmaterial

Auch Verbundstoffe lassen sich über moderne Anlagen recyceln. Die dabei gewonnenen, getrennten Ausgangsmaterialien können wiederverwertet werden.

Packgüter erfordern oft eine Reihe unterschiedlicher Schutzeigenschaften. Damit die Verpackung allen gerecht wird, kommen Materialien mit verschiedenen Eigenschaften kombiniert und im Verbund zum Einsatz. Durch die Kombination verschiedener Materialien entsteht ein neuer Packstoff mit besonderen Eigenschaften. Die einzelnen Material-Schichten können unter 10µm dünn sein (1 Million µm entspricht 1 Meter).

Um die gleiche Eigenschaft mit Monomaterialien zu erhalten, müsste in den meisten Fällen deutlich mehr Material aufgewendet werden.

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